Voerde ist keine gewachsene Kernstadt, sondern eine Stadt aus elf Ortsteilen – Götterswickerhamm, Löhnen, Mehrum, Möllen, Voerde, Stockum, Holthausen, Friedrichsfeld, Emmelsum, Spellen und Ork –, und diese Struktur prägt den Gebäudebestand stärker als jede Baualtersklasse. In den rheinnahen Dörfern wie Götterswickerhamm, Mehrum und Spellen dominiert der niederrheinische Typ: Backsteinhäuser in offener Bauweise, ehemalige Hofstellen mit umgebauten Stall- und Scheunenteilen, dazu Kirchdörfer mit historischem Kern direkt hinter dem Deich. Bei diesen Gebäuden ist der Wandaufbau die Schlüsselfrage: Eine zweischalige Ziegelwand mit Luftschicht kann unter Umständen mit Einblasdämmung verbessert werden, eine einschalig massive nicht – dort tragen Dach, oberste Geschossdecke, Kellerdecke und Fenster die Einsparung, gegebenenfalls ergänzt durch nachgewiesene Innendämmung. Friedrichsfeld hat einen eigenen Charakter als planmäßig angelegte Siedlung mit regelmäßigem Straßenraster und geschlossener, teils ortsbildprägender Bebauung. Den großen Flächenanteil stellen die Eigenheimgebiete der 1950er bis 1980er Jahre, die im Umfeld von Kraftwerk, Bergbau und Chemie entstanden: freistehende Häuser, Doppelhäuser und Bungalows mit ungedämmter Kellerdecke, Rollladenkästen als Wärmebrücke und Fenstern aus mehreren Bauphasen. Fast überall entscheidend ist die Lage in der Rheinniederung: hohe Grundwasserstände, Deichnähe und Hochwasservorsorge bestimmen, wie Keller gedämmt und abgedichtet werden können und ob Erdwärme in Frage kommt.