Baesweiler ist eine polyzentrische Stadt aus sieben Ortsteilen – neben Baesweiler selbst gehören Setterich, Oidtweiler, Beggendorf, Loverich, Floverich und Puffendorf dazu –, und der Gebäudebestand unterscheidet sich zwischen ihnen deutlich. In den kleineren, landwirtschaftlich geprägten Ortslagen im Norden und Westen dominieren ältere Massivbauten: Bruchstein, Fachwerk und rheinischer Backstein, dazu ehemalige Hofanlagen mit Scheunen und Stallgebäuden, die heute häufig zu Wohnraum umgenutzt sind. Solche Umnutzungen bringen typische Themen mit – ungedämmte Gewölbe- und Erdberührungsbereiche, große Raumhöhen und Hüllflächen, die im Verhältnis zur beheizten Wohnfläche ungewöhnlich groß sind.
Als Teil des Aachener Steinkohlenreviers hat Baesweiler zudem Bergarbeiter- und Werkssiedlungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert: gleichförmige Ziegelzeilen, Doppel- und Reihenhäuser mit kleinen Grundrissen, Satteldächern und großen Nutzgärten – gut übertragbare Sanierungssituationen, weil die Nachbarhäuser baugleich sind. Den Flächenschwerpunkt bilden die Wohngebiete der Nachkriegsjahrzehnte: Einfamilien- und Doppelhäuser der 1950er bis 1970er Jahre mit Vollkeller, kompakten Grundrissen und oft nachträglich ausgebautem Dachgeschoss, gefolgt von den Erweiterungen der 1980er und 1990er Jahre.
Hinzu kommen jüngere Quartiere, die bereits nach heutigen Effizienzstandards mit begrünten Fassaden geplant werden – ein Kontrast, der im direkten Vergleich sichtbar macht, welches Potenzial im Altbestand liegt. Charakteristisch ist außerdem die flache, offene Bördenlandschaft mit hoher Windexposition – relevant für Luftdichtheit und Fugendurchlässigkeit älterer Fenster.