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SBT – Science Based Targets

Was sind Science Based Targets (SBTs)?

Science Based Targets (SBTs) sind wissenschaftlich fundierte Klimaziele von Unternehmen, die sich am 1,5°C-Ziel des Pariser Abkommens orientieren. Sie geben vor, wie stark und wie schnell ein Unternehmen seine Treibhausgasemissionen reduzieren muss, um seinen fairen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erderwärmung zu leisten.

Diese Ziele werden nach transparenten, wissenschaftlich anerkannten Kriterien festgelegt und können von der internationalen Science Based Targets initiative (SBTi) offiziell validiert werden.

Die Science Based Targets initiative (SBTi)

Die SBTi ist eine globale Partnerschaft zwischen:

  • dem CDP (Carbon Disclosure Project)
  • dem UN Global Compact
  • dem World Resources Institute (WRI)
  • und dem WWF (World Wide Fund for Nature)

 

Ziel der Initiative ist es, Unternehmen weltweit dabei zu unterstützen, verbindliche Klimaziele zu definieren und umzusetzen – auf Grundlage der neuesten klimawissenschaftlichen Erkenntnisse.

Warum sind SBTs wichtig?

  • Klimawissenschaftlich fundiert – keine willkürlichen oder rein freiwilligen Ziele
  • Vergleichbar und überprüfbar – durch einheitliche Methoden und Standards
  • Relevant für ESG und CSRD – sie gelten als glaubwürdiger Nachweis für Klimastrategien
  • Strategisch wertvoll – helfen bei langfristiger Planung und Risikomanagement
  • Reputationsfördernd – unterstreichen Klimaverantwortung gegenüber Stakeholdern

 

Wie funktionieren SBTs?

  1. Bestandsaufnahme: Unternehmen analysieren ihren Corporate Carbon Footprint (CCF) – inklusive Scope 1, 2 und (optional) 3.
  2. Zielsetzung: Reduktionsziele werden so definiert, dass sie mit einem 1,5°C- oder „well-below-2°C“-Szenario kompatibel sind.
  3. Einreichung bei der SBTi: Die Ziele werden durch die SBTi validiert und genehmigt.
  4. Umsetzung & Berichterstattung: Unternehmen setzen ihre Klimaziele um und berichten regelmäßig über Fortschritte.

Beispielhafte Zielsetzungen

Je nach Branche und Ausgangssituation können SBTs zum Beispiel bedeuten:

  • 50–90 % Reduktion der Emissionen bis 2030 (je nach Emissionsquelle und Bereich)
  • 100 % erneuerbarer Strom (z. B. bis 2025 oder 2030)
  • Dekarbonisierung der Lieferkette
  • Klimaneutralität („Net-Zero“) bis 2040 oder 2050

 

Verbindung zu Net-Zero-Zielen

Die SBTi hat ergänzend einen Net-Zero Standard entwickelt. Dieser hilft Unternehmen dabei, wissenschaftlich fundierte Netto-Null-Ziele zu definieren, die über bloße Kompensation hinausgehen. Der Fokus liegt dabei auf:

  • drastischer Emissionsreduktion
  • nur minimaler Kompensation für unvermeidbare Restemissionen
  • Langfristigkeit und Integrität der Klimastrategie

SBTs in der Praxis – wer nutzt sie?

Weltweit haben sich (Stand 2025) über 6.000 Unternehmen bei der SBTi registriert. Darunter:

  • große Konzerne (z. B. Microsoft, IKEA, Nestlé)
  • Mittelständische Unternehmen
  • Finanzinstitute und Banken
  • zunehmend auch öffentliche Institutionen und Städte

 

Auch viele Unternehmen in Deutschland setzen auf SBTs, um ihre Nachhaltigkeitsstrategie glaubwürdig zu gestalten und transparente Klimaberichterstattung zu ermöglichen.

SBTs und gesetzliche Anforderungen

SBTs spielen eine wichtige Rolle im Kontext von:

  • CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)
  • EU-Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten
  • Klimastrategien im Rahmen von ESG-Ratings
  • Lieferkettengesetz (LkSG)

 

Unternehmen, die SBTs nutzen, sind häufig besser vorbereitet auf regulatorische Anforderungen und Transparenzpflichten.

Fazit

Science Based Targets (SBTs) sind das zentrale Instrument für Unternehmen, die klimawissenschaftlich fundierte und glaubwürdige Klimaziele setzen möchten. Sie stärken nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit, Transparenz und Glaubwürdigkeit eines Unternehmens – heute und in einer CO₂-neutralen Zukunft.