Eigenverbrauch (Eigenverbrauchsrate)

Die Eigenverbrauchsrate gibt an, welcher Anteil des von einer Photovoltaikanlage (PV) erzeugten Stroms direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird. Sie wird in Prozent ausgedrückt. Im Gegensatz zur Autarkie (die auf den Bedarf schaut) blickt die Eigenverbrauchsrate auf die Erzeugung.

Um die Eigenverbrauchsrate zu berechnen, teilt man die Menge des selbst verbrauchten Solarstroms durch die insgesamt erzeugte Menge an Solarstrom. Das Ergebnis wird dann mit einhundert multipliziert, um den Prozentwert zu erhalten.

Warum ist eine hohe Rate wichtig?

Da die Einspeisevergütung (das Geld, das man für Strom bekommt, den man ins Netz leitet) meist deutlich niedriger ist als der Preis für Strom, den man vom Versorger kauft, gilt heute die Faustregel: Eigenverbrauch vor Einspeisung. Je mehr vom eigenen „Gratis-Strom“ man selbst nutzt, desto schneller rechnet sich die Anlage finanziell.

Faktoren, die den Eigenverbrauch beeinflussen:

  • Lastverschiebung: Waschmaschinen, Geschirrspüler oder das Laden des E-Autos werden manuell oder per Smart Home in die sonnenreichen Mittagsstunden gelegt.

  • Stromspeicher: Ohne Batterie liegt die Eigenverbrauchsrate oft nur bei ca. 30 %, da mittags viel Strom erzeugt, aber wenig verbraucht wird. Mit einem Speicher kann die Rate auf 70 % bis 80 % steigen.

  • Anlagengröße: Eine sehr große PV-Anlage auf einem kleinen Haushalt senkt paradoxerweise die Eigenverbrauchsrate, da so viel Strom produziert wird, dass der Haushalt ihn selbst mit Speicher nicht komplett verwerten kann.

Vergleich: Eigenverbrauch vs. Autarkie

Merkmal Eigenverbrauchsrate Autarkiegrad
Fokus auf… … die erzeugte Energie. … den benötigten Bedarf.
Ziel Maximale Nutzung der eigenen Anlage. Maximale Unabhängigkeit vom Netz.
Frage „Wie viel meines Stroms nutze ich selbst?“ „Wie viel meines Bedarfs decke ich selbst?“

 

Beispiel aus der Praxis: Ein Haushalt verbraucht 4.000 kWh im Jahr. Die PV-Anlage erzeugt ebenfalls 4.000 kWh.

  • Werden davon 1.200 kWh direkt verbraucht, liegt die Eigenverbrauchsrate bei 30 %.

  • Da der Haushalt aber insgesamt 4.000 kWh benötigt, liegt der Autarkiegrad ebenfalls bei 30 % (da 2.800 kWh zugekauft werden müssen).

 

Optimierungs-Tipp: Durch ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS) lässt sich der Eigenverbrauch maximieren, ohne dass man manuell eingreifen muss. Es steuert Wärmepumpen oder Ladestationen automatisch dann an, wenn ein Energieüberschuss auf dem Dach entsteht.