Energieberatung

Wie läuft die Einblasdämmung bei einem Altbau ab?

30. Juni 2026

Handwerker in roter Jacke füllt Einblasdämmung in Bohrloch einer verwitterten Backsteinfassade eines deutschen Altbaus.

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Die Einblasdämmung bei einem Altbau läuft in der Regel an einem einzigen Arbeitstag ab: Fachleute bohren kleine Löcher in die Außenwand, die Decke oder den Dachboden, blasen das Dämmmaterial maschinell ein und verschließen die Öffnungen anschließend wieder. Das Verfahren ist minimal-invasiv, was es besonders für bewohnte Bestandsgebäude attraktiv macht. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Technik, Kosten und Förderung.

Welche Bereiche eines Altbaus können mit Einblasdämmung gedämmt werden?

Mit der Einblasdämmung lassen sich im Altbau vor allem drei Bereiche dämmen: Hohlräume in zweischaligen Außenwänden, nicht ausgebaute Dachböden sowie Holzbalkendecken zwischen beheizten und unbeheizten Geschossen. Überall dort, wo ein geschlossener Hohlraum vorhanden ist oder geschaffen werden kann, eignet sich das Einblasverfahren gut.

Bei zweischaligen Außenwänden, wie sie in vielen Altbauten der Nachkriegszeit vorkommen, befindet sich zwischen der Innen- und Außenschale ein Luftspalt von wenigen Zentimetern. Dieser Spalt wird mit Einblasdämmstoff vollständig gefüllt, ohne dass Putz oder Fassade nennenswert beschädigt werden. Bei Dachböden wird das Material entweder zwischen die Sparren oder auf die oberste Geschossdecke eingeblasen. Holzbalkendecken lassen sich von oben oder unten erschließen, indem man Bohrlöcher setzt und das Material in die Gefache zwischen den Balken einbringt.

Nicht geeignet ist das Verfahren für massive einschalige Außenwände ohne Hohlraum sowie für Bereiche, in denen Feuchtigkeit oder bauliche Schäden vorliegen. Diese müssen vor einer Dämmung behoben werden.

Wie funktioniert das Einblasverfahren technisch?

Beim Einblasverfahren wird Dämmmaterial mit einer Einblasmaschine über einen Schlauch in vorhandene oder neu gebohrte Hohlräume gepresst. Der Druck verteilt das Material gleichmäßig im gesamten Hohlraum, sodass keine Lücken entstehen. Anschließend werden die Bohrlöcher mit passendem Material verschlossen und verputzt oder versiegelt.

Als Dämmstoffe kommen je nach Anwendungsbereich verschiedene Materialien zum Einsatz. Zelluloseflocken aus recyceltem Zeitungspapier sind weit verbreitet, da sie gut dämmen, diffusionsoffen sind und aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Mineralwolle in Granulatform eignet sich besonders dort, wo Brandschutz eine Rolle spielt. Perlite und EPS-Perlen werden ebenfalls eingesetzt, haben aber jeweils spezifische Einsatzbereiche.

Die Bohrlöcher haben typischerweise einen Durchmesser von 30 bis 60 Millimetern und werden in regelmäßigen Abständen gesetzt, damit das Material den Hohlraum vollständig ausfüllt. Erfahrene Fachbetriebe prüfen nach dem Einblasen mit einer Sonde oder einem Endoskop, ob der Hohlraum lückenlos gefüllt ist.

Wie lange dauert eine Einblasdämmung beim Einfamilienhaus?

Die Einblasdämmung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses dauert in der Regel einen Arbeitstag, bei größeren Flächen oder mehreren Bauteilbereichen maximal zwei Tage. Das Haus muss während der Arbeiten nicht geräumt werden, und die Bewohner sind kaum beeinträchtigt.

Die eigentliche Einblasarbeit geht schnell. Der zeitaufwendigste Teil ist oft die Vorbereitung: das Abkleben von Fensterbänken, das Setzen der Bohrlöcher und die Überprüfung des Hohlraums auf Hindernisse wie Steckdosen, Leitungen oder Mauerwerksanker. Nach dem Einblasen folgt das Verschließen und Verputzen der Löcher, was ebenfalls nur wenige Stunden in Anspruch nimmt.

Für die Dachbodendämmung einer typischen Geschossdecke von etwa 80 bis 120 Quadratmetern rechnen Fachbetriebe mit einem halben bis einem vollen Arbeitstag. Die Wanddämmung einer zweischaligen Fassade dauert je nach Fläche und Zugänglichkeit etwas länger.

Was kostet eine Einblasdämmung für ein Altbau-Einfamilienhaus?

Die Kosten für eine Einblasdämmung beim Einfamilienhaus liegen je nach Bauteil und Material zwischen 20 und 60 Euro pro Quadratmeter. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer zweischaligen Außenwand und einer Dachbodendecke ergeben sich Gesamtkosten von grob 3.000 bis 10.000 Euro, abhängig von Fläche, Zugänglichkeit und gewähltem Dämmmaterial.

Die Dachbodendämmung ist in der Regel günstiger als die Wanddämmung, weil die Fläche leicht zugänglich ist und weniger Bohrlöcher gesetzt werden müssen. Bei der Außenwanddämmung steigen die Kosten, wenn das Mauerwerk unregelmäßig ist oder Hindernisse im Hohlraum die Arbeit erschweren.

Zum Vergleich: Eine konventionelle Außenwanddämmung mit Wärmedämmverbundsystem kostet deutlich mehr und ist mit erheblichem Aufwand an der Fassade verbunden. Die Einblasdämmung ist deshalb oft die wirtschaftlichere Wahl, wenn ein geeigneter Hohlraum vorhanden ist. Mehrere Angebote einzuholen lohnt sich, da die Preise zwischen Fachbetrieben spürbar variieren können.

Welche staatlichen Förderungen gibt es für die Einblasdämmung?

Die Einblasdämmung wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert, wenn sie im Rahmen einer energetischen Sanierung durchgeführt wird. Über die KfW können Eigentümer Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite beantragen. Wer einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorlegt, erhält einen zusätzlichen Bonus von 5 Prozentpunkten auf den Fördersatz.

Der Grundfördersatz für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, zu denen die Einblasdämmung zählt, liegt derzeit bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit iSFP-Bonus steigt er auf 20 Prozent. Für Haushalte mit geringem Einkommen gibt es weitere Aufschläge. Die Förderung wird direkt über die KfW beantragt, und der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.

Wichtig: Für die Inanspruchnahme der BEG-Förderung ist die Einbindung eines zugelassenen Energieeffizienzexperten Pflicht. Dieser begleitet die Maßnahme fachlich und bestätigt die Umsetzung gegenüber der KfW. Die Kosten für die Energieberatung selbst sind wiederum über das BAFA-Programm förderbar, das bis zu 50 Prozent der Beratungskosten übernimmt, gedeckelt auf 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern.

Wann ist eine Einblasdämmung im Altbau nicht sinnvoll?

Eine Einblasdämmung ist nicht sinnvoll, wenn kein geeigneter Hohlraum vorhanden ist, wenn Feuchtigkeit im Mauerwerk vorliegt oder wenn die Außenwand einschalig und massiv gebaut ist. In diesen Fällen kann das Einblasen von Dämmmaterial die Bausubstanz schädigen oder bringt keinen nennenswerten Effekt.

Feuchtigkeit ist der häufigste Ausschlussgrund. Wenn Wasser in den Hohlraum eindringt, etwa durch undichte Fugen oder eine schadhafte Fassade, nimmt das Dämmmaterial Feuchtigkeit auf und verliert seine Wirkung. Schlimmer noch: Feuchte Zellulose oder Mineralwolle kann Schimmel begünstigen. Deshalb muss die Ursache der Feuchtigkeit vor der Dämmung behoben werden.

Auch bei sehr schmalen Hohlräumen unter etwa drei Zentimetern ist das Einblasen technisch schwierig, weil das Material den Spalt nicht gleichmäßig füllt. Bei Fachwerkhäusern mit sichtbarem Gebälk oder denkmalgeschützten Gebäuden gelten besondere Anforderungen, die eine individuelle Prüfung erfordern. Eine Vorab-Begehung durch einen Fachbetrieb oder Energieberater klärt verlässlich, ob das Verfahren für das jeweilige Gebäude geeignet ist.

So unterstützt ProEco Rheinland bei der energetischen Sanierung

Bevor Sie in eine Einblasdämmung investieren, lohnt sich ein klarer Blick auf den energetischen Gesamtzustand Ihres Hauses. Wir von ProEco Rheinland helfen Ihnen dabei mit unserer unabhängigen Energieberatung für Privatkunden:

  • Vor-Ort-Besichtigung durch zertifizierte Energieeffizienzexperten, die den Zustand Ihrer Immobilie genau einschätzen
  • Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), der zeigt, welche Maßnahmen wann sinnvoll sind und wie sie sich kombinieren lassen
  • Einschätzung, ob die Einblasdämmung für Ihr Gebäude geeignet ist und welche Alternativen es gibt
  • Vollständige Abwicklung der BAFA-Förderung für die Energieberatung, damit Sie bis zu 50 Prozent der Beratungskosten erstattet bekommen
  • Begleitung bei der Beantragung der KfW-Förderung für die Sanierungsmaßnahmen selbst

Sie wohnen im Rheinland und möchten wissen, ob Ihr Altbau für die Einblasdämmung geeignet ist? Sprechen Sie uns an. Wir schauen uns Ihre Immobilie an und zeigen Ihnen, welche Schritte sich für Sie wirklich lohnen.

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