Sie wollen in Ihrem Betrieb etwas umsetzen, das es in Ihrer Branche so noch nicht gibt – und das die Umwelt entlastet? Dann sollten Sie das Umweltinnovationsprogramm des Bundes kennen. Es belohnt Pioniere mit einem kräftigen Zuschuss.
Pioniere gesucht
Neue Technik einzuführen ist mutig: Sie investieren in etwas, für das es noch keine Blaupause gibt. Genau dieses Risiko federt das Umweltinnovationsprogramm (UIP) ab. Der Bund fördert Vorhaben, die erstmals in Deutschland im großen Maßstab zeigen, wie sich Umweltbelastungen vermeiden oder deutlich verringern lassen. Gefördert wird also nicht die Forschung im Labor, sondern der mutige Schritt in die Praxis.
Was gefördert wird
Das Spektrum ist breit. Entscheidend ist, dass Ihr Vorhaben über den Stand der Technik hinausgeht oder bekannte Verfahren auf neue Weise kombiniert. Typische Themen sind:
- Energieeffizienz und erneuerbare Energien in der Produktion
- Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft
- Abwasserbehandlung und Abfallvermeidung
- Luftreinhaltung, Lärmminderung und Klimaschutz
Aus Bauschutt wird Baustoff: ein Beispiel aus der Praxis
Wie das aussieht, zeigt die Schneider & Sohn GmbH & Co. KG aus Baden-Württemberg. Der Familienbetrieb hat in Rot am See eine Upcycling-Anlage für Baurestmassen gebaut, die gemischten Bauschutt nicht nur nach Korngröße sortiert, sondern mit einem Farb- und Nahinfrarot-Sortierer auch nach Material – Beton und Ziegel werden so sortenrein zurückgewonnen. In dieser Größenordnung gab es das in Deutschland bis dahin nicht.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Aus rund 100.000 Tonnen Bauschutt pro Jahr sollen bis zu 96.400 Tonnen wieder zu hochwertigen Baustoffen werden – etwa für Recyclingbeton. Das spart Rohstoffe, Deponieraum und rund 360 Tonnen CO₂ im Jahr. Das Bundesumweltministerium fördert die rund 11 Millionen Euro teure Anlage mit knapp 2 Millionen Euro aus dem UIP.
Das UIP auf einen Blick
| Fördergeber | Bundesumweltministerium (BMUKN), Abwicklung über KfW und Umweltbundesamt |
| Wer? | Unternehmen jeder Größe, KMU werden bevorzugt |
| Was? | Erstmalige Anwendung innovativer Umwelttechnik im großtechnischen Maßstab in Deutschland – die Forschungs- und Entwicklungsphase muss abgeschlossen sein |
| Wie viel? | Investitionszuschuss bis zu 30 % für KMU, bis zu 20 % für große Unternehmen (i. d. R. max. 7,5 Mio. €) – alternativ zinsverbilligter KfW-Kredit |
| Wie? | Zweistufig: erst Projektskizze, dann Antrag auf Aufforderung der KfW |
| Wichtig | Kein Vorhabenbeginn vor Antrag – schon Lieferverträge zählen als Start |
| Laufzeit | Aktuelle Förderrichtlinie gilt bis 31.12.2026, Skizzen fortlaufend möglich |
Das Kleingedruckte – und warum es wichtig ist
Erst beantragen, dann bestellen: Mit dem Vorhaben darf erst nach dem Antrag begonnen werden. Schon ein unterschriebener Liefervertrag gilt als Start. Planung und Genehmigungsverfahren sind dagegen erlaubt.
Forschung muss abgeschlossen sein: Das UIP fördert die Umsetzung, nicht die Entwicklung. Die Forschungs- und Entwicklungsphase Ihrer Technik muss vor dem Antrag abgeschlossen sein. Sind Sie noch mitten in der Entwicklung, kann dafür zum Beispiel die Forschungszulage interessant sein.
Innovation muss nachvollziehbar sein: In der Projektskizze müssen Sie zeigen, was an Ihrem Vorhaben neu ist und welche Umweltentlastung es bringt. Hier entscheidet sich, ob es weitergeht.
Ergebnisse teilen: Geförderte Unternehmen machen ihre Erfahrungen öffentlich – ein echter Imagegewinn als Vorreiter Ihrer Branche.
So unterstützt Sie die ProEco
Ob Ihr Vorhaben das Zeug zur Umweltinnovation hat, lässt sich oft in einem kurzen Gespräch einschätzen. Wir prüfen mit Ihnen, ob das UIP oder ein anderes Zuschussprogramm besser passt, und begleiten Sie von der Projektskizze bis zur Auszahlung. Die Finanzierung des Eigenanteils klären Sie wie gewohnt mit Ihrer Sparkasse – wir arbeiten dabei Hand in Hand.
Ihr Kontakt: Lena Becker – Zuschussberaterin bei der ProEco Rheinland – Kontaktieren Sie uns!
Unser Tipp
Sprechen Sie uns an, bevor Sie Angebote unterschreiben. Wer früh plant, sichert sich die Chance auf bis zu 30 % Zuschuss – und den Ruf als Vorreiter gleich mit.
