Energieberatung

Welche Einstellungen am Heizungsthermostat sparen am meisten Geld?

25. April 2026

Hand dreht weißen Thermostat auf 18°C an beiger Wand, gemütliches Wohnzimmer mit rotem Kissen und grüner Pflanze

Share

Die richtige Einstellung des Heizungsthermostats kann Ihre Heizkosten erheblich senken, ohne dass Sie auf Komfort verzichten müssen. Viele Immobilienbesitzer verschenken jährlich Hunderte Euro, weil sie ihr Heizungsthermostat nicht optimal nutzen. Mit den richtigen Einstellungen und einem bewussten Umgang mit der Raumtemperatur lassen sich die Energiekosten deutlich reduzieren.

Besonders bei älteren Immobilien mit schlechteren Energieeffizienzklassen bietet die optimale Thermostatnutzung ein enormes Sparpotenzial. Bereits kleine Anpassungen der Raumtemperatur und das richtige Timing beim Heizen können zu spürbaren Einsparungen führen.

Welche Temperatur am Thermostat spart am meisten Heizkosten?

Die optimale Raumtemperatur liegt in Wohnräumen bei 20 bis 21 Grad Celsius, was der Thermostatstufe 3 entspricht. Jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent der Heizkosten. Eine Absenkung auf 19 Grad kann bereits spürbare Einsparungen bringen, ohne den Wohnkomfort erheblich zu beeinträchtigen.

In verschiedenen Räumen sind unterschiedliche Temperaturen sinnvoll und kostensparend. Das Schlafzimmer benötigt nur 16 bis 18 Grad, während das Badezimmer kurzfristig auf 22 bis 24 Grad erwärmt werden kann. Küche und Flur kommen mit 18 Grad aus, da hier durch Aktivität und andere Wärmequellen zusätzliche Wärme entsteht.

Nachts sollten Sie die Temperatur in allen Räumen um 3 bis 5 Grad absenken. Diese nächtliche Absenkung reduziert die Heizkosten erheblich, da über viele Stunden weniger geheizt wird. Moderne Heizungsanlagen können diese Absenkung automatisch steuern.

Wie funktionieren die Zahlen am Heizungsthermostat?

Die Zahlen 1 bis 5 am Heizungsthermostat entsprechen bestimmten Raumtemperaturen: Stufe 1 bedeutet etwa 12 Grad, Stufe 2 entspricht 16 Grad, Stufe 3 regelt auf 20 Grad, Stufe 4 auf 24 Grad und Stufe 5 auf 28 Grad. Die kleinen Striche zwischen den Zahlen erhöhen die Temperatur jeweils um etwa ein Grad.

Das Thermostat funktioniert als Temperaturregler, nicht als Geschwindigkeitsregler. Es nützt nichts, das Thermostat auf Stufe 5 zu drehen, um schneller zu heizen. Der Heizkörper gibt immer die gleiche Wärmemenge ab, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist. Dann schließt das Thermostat automatisch und stoppt den Warmwasserdurchfluss.

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, höhere Stufen würden mehr Wärme erzeugen. Tatsächlich bestimmt die Thermostateinstellung nur die gewünschte Endtemperatur. Stufe 3 heizt genauso schnell wie Stufe 5, stoppt aber bei einer niedrigeren und kostensparenderen Temperatur.

Wann sollte man die Heizung runterdrehen oder ganz ausschalten?

Die Heizung sollten Sie nachts und bei längerer Abwesenheit um 3 bis 5 Grad herunterdrehen, aber niemals komplett ausschalten. Bei einer Abwesenheit von mehr als 4 Stunden lohnt sich die Absenkung auf Stufe 2. Komplettes Ausschalten führt zu hohen Wiederaufheizkosten und kann Schimmelbildung fördern.

Während der Nacht ist eine Absenkung auf 15 bis 16 Grad in Wohnräumen optimal. Diese Temperatur verhindert Feuchteschäden und hält die Grundwärme im Gebäude. Das morgendliche Aufheizen dauert dann nur kurz und verbraucht weniger Energie als das vollständige Wiedererwärmen ausgekühlter Räume.

Bei Urlaubsreisen können Sie die Heizung auf Stufe 1 bis 2 stellen, je nach Außentemperatur und Gebäudedämmung. Eine Mindesttemperatur von 12 bis 15 Grad schützt vor Frostschäden und verhindert, dass die Bausubstanz vollständig auskühlt. Moderne Heizungsanlagen bieten Urlaubsschaltungen, die diese Temperaturen automatisch halten.

Welche Thermostatfehler kosten unnötig viel Geld?

Der teuerste Fehler ist das Aufdrehen auf die höchste Stufe, um schneller zu heizen. Weitere kostspielige Fehler sind das komplette Ausschalten bei Abwesenheit, das Heizen bei geöffneten Fenstern und das Einstellen unterschiedlicher Temperaturen in benachbarten Räumen ohne geschlossene Türen.

Viele Immobilienbesitzer lassen das Thermostat dauerhaft auf einer hohen Stufe stehen, auch wenn sie den Raum nicht nutzen. Unbeheizte Nebenräume sollten nicht komplett von der Heizung abgeschnitten werden, aber eine Grundtemperatur von 16 Grad reicht völlig aus. Das spart erhebliche Heizkosten ohne Komfortverlust.

Ein weiterer teurer Fehler ist das Ignorieren von Problemen wie einer ungleichmäßigen Wärmeverteilung. Wenn manche Heizkörper nicht richtig warm werden, liegt oft ein Problem mit der Heizungsanlage vor. Ein hydraulischer Abgleich kann diese Probleme lösen und die Heizeffizienz deutlich verbessern.

Wie viel Geld kann man durch richtige Thermostateinstellungen sparen?

Durch optimale Thermostateinstellungen können Immobilienbesitzer 10 bis 20 Prozent ihrer Heizkosten sparen. Bei durchschnittlichen jährlichen Heizkosten von 1.200 Euro entspricht das einer Ersparnis von 120 bis 240 Euro pro Jahr. Jedes Grad Temperaturabsenkung reduziert die Heizkosten um etwa 6 Prozent.

Die größten Einsparpotenziale entstehen durch nächtliche Absenkung und angepasste Raumtemperaturen. Wer die Wohnraumtemperatur von 22 auf 20 Grad senkt und nachts um weitere 4 Grad absenkt, kann bis zu 15 Prozent der Heizkosten einsparen. Bei einer Familie mit 1.500 Euro Heizkosten jährlich sind das 225 Euro Ersparnis.

Zusätzliche Einsparungen entstehen durch die Kombination mit anderen Maßnahmen. Eine professionelle Energieberatung kann weitere Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen und dabei helfen, das volle Sparpotenzial der Immobilie auszuschöpfen. Besonders bei älteren Gebäuden mit schlechteren Energieeffizienzklassen lassen sich durch gezielte Maßnahmen die Heizkosten erheblich reduzieren.

Ähnliche Artikel

Weitere Blog-Artikel

Solaranlage auf Hausdach

Das Herz Ihrer Solaranlage: Was macht ein Wechselrichter eigentlich genau?

Smart-Meter

Was ist ein Smart-Meter? Der Schlüssel zur intelligenten Energiewende und zum iMSys

Ein Haus mit Photovoltaikanlage vor einem gepflegten Garten mit vielen orangenen Blumen.

Ressourcen clever nutzen: Die Kraft der vernetzten Sektoren

Regentropfen auf Solaranlage

Solarmodule reinigen: Profi-Pflege oder reicht der Regen?

Foto von Aachen von oben

Energiewende im Rheinland: Ihr Weg zu mehr Unabhängigkeit und Sicherheit

Foto von Aachen von oben

Die Energiewende im Rheinland: Strategische Wege zur fossilen Unabhängigkeit