Energieberatung

Kann man Fassadendämmung selbst machen?

11. Mai 2026

Hausbesitzer installiert rote Dämmplatten an moderner Hausfassade mit Leiter und Werkzeugen am Boden

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Fassadendämmung ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Altbauten. Viele Immobilienbesitzer fragen sich, ob sie diese Arbeiten selbst durchführen können oder besser einen Fachbetrieb beauftragen sollten. Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wir in diesem Artikel ausführlich beleuchten.

Bei der Entscheidung zwischen Eigenleistung und professioneller Ausführung spielen nicht nur die Kosten eine Rolle, sondern auch technische Anforderungen, Fördermöglichkeiten und die langfristige Qualität der Dämmung. Eine fundierte Energieberatung kann dabei helfen, die beste Lösung für Ihre Immobilie zu finden.

Was ist Fassadendämmung und warum ist sie wichtig?

Fassadendämmung ist die Anbringung von Dämmmaterial an der Außenwand eines Gebäudes, um Wärmeverluste zu reduzieren und die Energieeffizienz zu verbessern. Sie gehört zu den wirksamsten Maßnahmen der energetischen Sanierung und kann den Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent senken.

Die Bedeutung der Fassadendämmung wird besonders bei Altbauten deutlich, die vor 2010 errichtet wurden. Diese Gebäude weisen oft eine unzureichende oder gar keine Dämmung auf und fallen häufig in die schlechten Energieeffizienzklassen F bis H. Durch eine professionelle Fassadendämmung lässt sich der energetische Standard erheblich verbessern und eine Energieeffizienzklasse C oder D erreichen.

Neben der Energieeinsparung bietet Fassadendämmung weitere wichtige Vorteile. Der Wohnkomfort steigt durch gleichmäßigere Raumtemperaturen und weniger kalte Wandoberflächen. Gleichzeitig erhöht sich der Immobilienwert, da energieeffiziente Gebäude am Markt deutlich gefragter sind. Nicht zuletzt leistet eine gut gedämmte Fassade einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz durch die Reduzierung von CO2-Emissionen.

Welche Arten der Fassadendämmung gibt es?

Es gibt drei Hauptarten der Fassadendämmung: das Wärmedämmverbundsystem (WDVS), die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) und die Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk. Jede Variante hat spezifische Eigenschaften und Anwendungsbereiche.

Das Wärmedämmverbundsystem ist die häufigste Form der Fassadendämmung. Dabei werden Dämmplatten direkt auf die Außenwand geklebt und zusätzlich mechanisch befestigt. Anschließend folgen eine Armierungsschicht mit Gewebe und der abschließende Oberputz. WDVS eignet sich besonders für glatte Fassaden und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade besteht aus einer Dämmschicht, die in eine Unterkonstruktion eingebracht wird, und einer vorgehängten Außenverkleidung mit Hinterlüftung. Diese Lösung ist technisch anspruchsvoller, bietet aber Vorteile bei der Feuchtigkeitsregulierung und ermöglicht vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit verschiedenen Fassadenmaterialien.

Bei zweischaligem Mauerwerk kann eine Kerndämmung in den vorhandenen Hohlraum eingeblasen werden. Diese Methode ist kostengünstig und wenig invasiv, setzt aber eine geeignete Wandkonstruktion voraus und erreicht meist geringere Dämmwerte als die anderen Systeme.

Kann man WDVS selbst montieren oder braucht man Fachkräfte?

WDVS kann theoretisch in Eigenleistung montiert werden, erfordert aber umfangreiche handwerkliche Kenntnisse und Erfahrung. Die fachgerechte Ausführung ist entscheidend für die Funktionsfähigkeit und Langlebigkeit des Systems, weshalb eine professionelle Montage meist empfehlenswert ist.

Die Herausforderungen bei der Eigenleistung sind vielfältig. Zunächst muss der Untergrund sorgfältig geprüft und vorbereitet werden. Unebene oder beschädigte Flächen müssen ausgeglichen, lose Teile entfernt und die Tragfähigkeit sichergestellt werden. Bereits hier können Fehler zu späteren Problemen führen.

Die Montage der Dämmplatten erfordert präzises Arbeiten. Die Platten müssen vollflächig verklebt, korrekt ausgerichtet und zusätzlich mechanisch befestigt werden. Wärmebrücken an Anschlüssen, Fenstern und Türen müssen fachgerecht ausgeführt werden. Besonders kritisch sind die Eckbereiche und der Sockelbereich, wo spezielle Lösungen erforderlich sind.

Der Armierungsputz mit eingebettetem Gewebe und der Oberputz stellen weitere Herausforderungen dar. Ungleichmäßiger Auftrag oder eine falsche Materialwahl können zu Rissen, Verfärbungen oder anderen optischen Mängeln führen. Zudem müssen die Witterungsbedingungen bei der Ausführung berücksichtigt werden.

Was kostet Fassadendämmung in Eigenleistung vs. Fachbetrieb?

Die Materialkosten für WDVS in Eigenleistung liegen bei etwa 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter, während die Gesamtkosten beim Fachbetrieb zwischen 120 und 200 Euro pro Quadratmeter betragen. Die Ersparnis durch Eigenleistung kann also erheblich sein, birgt aber auch Risiken.

Bei der Eigenleistung fallen hauptsächlich Materialkosten an. Dazu gehören Dämmplatten, Kleber, Dübel, Armierungsputz, Gewebe und Oberputz. Je nach gewähltem Dämmmaterial und gewünschter Dämmstärke variieren die Kosten. Zusätzlich müssen Werkzeuge und ein Gerüst eingeplant werden, falls nicht vorhanden.

Die Kosten beim Fachbetrieb setzen sich aus Material- und Arbeitskosten zusammen. Professionelle Betriebe haben oft bessere Einkaufskonditionen bei Materialien, sodass der Preisunterschied geringer ausfällt als erwartet. Dafür erhalten Sie eine fachgerechte Ausführung mit Gewährleistung und oft auch Unterstützung bei Förderanträgen.

Ein wichtiger Kostenfaktor sind mögliche Folgekosten bei fehlerhafter Eigenleistung. Schäden durch unsachgemäße Ausführung können teure Nachbesserungen oder sogar eine komplette Erneuerung erforderlich machen. Zudem können Fehler bei der Dämmung zu höheren Heizkosten führen und die erwarteten Einsparungen zunichtemachen.

Wann sollte man besser einen Energieberater hinzuziehen?

Ein Energieberater sollte grundsätzlich vor jeder größeren Fassadendämmung hinzugezogen werden, um die optimale Dämmstrategie zu entwickeln und maximale Förderungen zu sichern. Dies gilt besonders bei Altbauten mit komplexen baulichen Gegebenheiten oder wenn weitere Sanierungsmaßnahmen geplant sind.

Die professionelle Energieberatung für Privatkunden beginnt mit einer umfassenden Analyse des energetischen Zustands Ihrer Immobilie. Qualifizierte Experten erfassen systematisch alle energierelevanten Gebäudedaten und bewerten den aktuellen Zustand. Auf dieser Basis entwickeln sie einen individuellen Sanierungsfahrplan, der die wirtschaftlich und technisch sinnvollsten Maßnahmen aufzeigt.

Besonders wertvoll ist die Beratung bei der Abstimmung verschiedener Sanierungsmaßnahmen. Fassadendämmung sollte idealerweise mit anderen Maßnahmen wie einer Heizungsmodernisierung oder einem Fenstertausch koordiniert werden. Ein durchdachtes Gesamtkonzept vermeidet Wärmebrücken und optimiert das Zusammenspiel aller Komponenten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderberatung. Energieberater kennen die aktuellen Förderprogramme und können die maximalen Zuschüsse für Ihr Projekt ermitteln. Sie übernehmen auch die Beantragung staatlicher Förderungen und entlasten Sie von bürokratischen Aufgaben. Bei ProEco Rheinland erhalten Sie nach der Beauftragung automatisch Unterstützung bei der Beantragung des BAFA-Zuschusses für Ihren individuellen Sanierungsfahrplan.

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