Energieberatung

Was ist der Unterschied zwischen Einblasdämmung und Innendämmung?

24. Juni 2026

Rote Handschuhe führen einen Schlauch zum Einblasen von Zellulosedämmung in eine Wandöffnung, Mineralwolle-Platten im Hintergrund.

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Einblasdämmung und Innendämmung sind zwei grundlegend verschiedene Dämmmethoden, die an unterschiedlichen Stellen eines Gebäudes eingesetzt werden. Die Einblasdämmung füllt bestehende Hohlräume, etwa in Wänden oder Dachschrägen, mit losem Dämmmaterial, während die Innendämmung als flächige Schicht an der Innenseite von Außenwänden angebracht wird. Welche Methode für Ihr Haus sinnvoll ist, hängt von der Bausubstanz, dem Budget und dem Sanierungsziel ab. Die folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Unterschiede und helfen Ihnen bei der Entscheidung.

Wo wird Einblasdämmung eingesetzt und wo Innendämmung?

Einblasdämmung wird überall dort eingesetzt, wo bereits ein geschlossener Hohlraum vorhanden ist, der mit Dämmmaterial befüllt werden kann. Typische Anwendungsbereiche sind zweischalige Außenwände, Dachschrägen zwischen den Sparren, Decken über unbeheizten Kellern und Holzständerwände. Innendämmung hingegen kommt an massiven Außenwänden zum Einsatz, bei denen keine Hohlräume vorhanden sind und eine Außendämmung aus gestalterischen oder baulichen Gründen nicht möglich ist.

Besonders häufig trifft man Einblasdämmung bei Altbauten mit Hohlwandkonstruktionen an, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet waren. Innendämmung wird dagegen oft bei denkmalgeschützten Gebäuden gewählt, bei denen die Fassade nicht verändert werden darf, oder bei Reihenhäusern, bei denen kein Platz für eine Außendämmung vorhanden ist.

Wie funktioniert Einblasdämmung technisch?

Bei der Einblasdämmung wird loses Dämmmaterial über kleine Bohrlöcher in bestehende Hohlräume eingeblasen. Ein Fachbetrieb bohrt dazu Öffnungen von etwa 30 bis 50 Millimetern Durchmesser in die Wand oder Decke, führt einen Schlauch ein und bläst das Material unter Druck gleichmäßig in den Hohlraum. Anschließend werden die Bohrlöcher wieder verschlossen.

Das Verfahren ist vergleichsweise schnell und verursacht kaum Bauschmutz, weil keine großflächigen Eingriffe in die Bausubstanz notwendig sind. Die Bewohner können in der Regel während der Arbeiten im Haus bleiben. Wichtig ist, dass der Hohlraum vor dem Einblasen auf Feuchtigkeit und mögliche Schäden geprüft wird, damit das Dämmmaterial dauerhaft wirksam bleibt.

Wie funktioniert Innendämmung und welche Materialien werden verwendet?

Bei der Innendämmung wird eine Dämmschicht direkt an der Innenseite der Außenwand befestigt. Das kann als Vorsatzschale mit Unterkonstruktion oder als direkt aufgeklebte Dämmplatte erfolgen. Anschließend wird die Dämmschicht verputzt oder mit Gipskartonplatten verkleidet. Die Methode reduziert die Wohnfläche leicht, weil die Dämmschicht Raum in Anspruch nimmt.

Für die Innendämmung kommen verschiedene Materialien infrage. Kalziumsilikatplatten sind besonders dampfdiffusionsoffen und eignen sich gut für feuchtebelastete Wände. Mineralwolle bietet gute Dämmwerte bei vergleichsweise geringer Schichtdicke. Holzfaserplatten sind eine ökologische Alternative mit guten Feuchtepuffereigenschaften. Polyurethan-Hartschaum erreicht eine hohe Dämmwirkung auf kleinstem Raum, ist aber weniger diffusionsoffen. Die Materialwahl hängt vom Wandaufbau, der Raumnutzung und dem gewünschten Raumklima ab.

Ein zentrales Thema bei der Innendämmung ist der Taupunkt. Wenn warme Raumluft auf die kalte Außenwand trifft, kann Feuchtigkeit kondensieren und Schimmel entstehen. Eine fachgerechte Planung, die Dampfbremsen und die richtige Materialwahl berücksichtigt, ist deshalb unbedingt notwendig.

Was kostet Einblasdämmung im Vergleich zur Innendämmung?

Einblasdämmung ist in der Regel günstiger als Innendämmung. Die Kosten für das Einblasen von Zellulose oder Mineralwolle in Hohlräume liegen je nach Fläche und Zugänglichkeit häufig zwischen 20 und 50 Euro pro Quadratmeter, inklusive Material und Einbau. Innendämmung ist aufwendiger und kostet je nach Material und Ausführung oft zwischen 50 und 150 Euro pro Quadratmeter.

Hinzu kommen bei der Innendämmung Folgekosten: Fensterlaibungen müssen angepasst, Steckdosen versetzt und Fußleisten erneuert werden. Diese Nebenarbeiten summieren sich schnell und sollten bei der Budgetplanung von Anfang an berücksichtigt werden. Bei der Einblasdämmung fallen solche Nebenarbeiten kaum an, was sie besonders wirtschaftlich macht, wenn die Bausubstanz geeignete Hohlräume bietet.

Welche Methode eignet sich besser für den Altbau?

Für Altbauten mit vorhandenen Hohlwandkonstruktionen ist die Einblasdämmung oft die bessere Wahl, weil sie schnell, kostengünstig und ohne großen Eingriff in die Bausubstanz umgesetzt werden kann. Altbauten ohne Hohlräume, etwa massive Ziegelbauten oder Fachwerkhäuser, benötigen dagegen eine andere Lösung, und hier kommt die Innendämmung ins Spiel, sofern eine Außendämmung nicht möglich ist.

Bei Fachwerkhäusern ist besondere Vorsicht geboten, weil das Holzgefüge empfindlich auf Feuchtigkeitsveränderungen reagiert. Hier sollte die Dämmstrategie immer von einem erfahrenen Energieberater geplant werden. Generell gilt: Je älter das Gebäude, desto wichtiger ist eine individuelle Analyse, bevor eine Dämmmethode festgelegt wird. Pauschallösungen können bei Altbauten zu Bauschäden führen, die teurer werden als die ursprüngliche Sanierung.

Welche Förderungen gibt es für Einblasdämmung und Innendämmung?

Beide Dämmmethoden können über staatliche Förderprogramme bezuschusst werden, wenn sie bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW fördern Einzelmaßnahmen zur Wärmedämmung mit einem Zuschuss von bis zu 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Wer einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorweisen kann, erhält einen zusätzlichen Bonus von 5 Prozent.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Maßnahme von einem zugelassenen Energieeffizienzexperten geplant und begleitet wird. Dieser bestätigt, dass die technischen Anforderungen eingehalten werden, und stellt die notwendigen Nachweise für den Förderantrag aus. Den Antrag müssen Sie stellen, bevor Sie einen Auftrag vergeben, da nachträgliche Anträge nicht anerkannt werden.

Neben Bundesprogrammen gibt es in vielen Bundesländern und Kommunen zusätzliche Fördertöpfe, die sich mit der BEG kombinieren lassen. Es lohnt sich, vor der Sanierung alle verfügbaren Programme zu prüfen, um die Gesamtförderung zu maximieren.

So unterstützt ProEco Rheinland Sie bei der Wahl der richtigen Dämmung

Ob Einblasdämmung oder Innendämmung die richtige Wahl für Ihr Zuhause ist, lässt sich ohne eine genaue Analyse der Bausubstanz nicht pauschal beantworten. Genau hier setzen wir an. Als Kompetenzzentrum der rheinischen Sparkassen für Nachhaltigkeit bieten wir Ihnen eine unabhängige Energieberatung, die Ihnen den Weg zur richtigen Entscheidung zeigt.

  • Vor-Ort-Besichtigung durch zertifizierte Energieeffizienzexperten, die Ihre Bausubstanz genau unter die Lupe nehmen
  • Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP), der wirtschaftlich und technisch sinnvolle Maßnahmen für Ihr Haus aufzeigt
  • Klare Empfehlungen zu Dämmmethoden, Materialien und der Reihenfolge der Sanierungsschritte
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Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie Ihre persönliche Energieberatung. Wir begleiten Sie von der ersten Analyse bis zur abgeschlossenen Förderung, damit Ihre Sanierung reibungslos läuft.

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