Endlich Juni – die Tage sind lang, das Wetter wird wärmer und die Sommerferien stehen praktisch schon vor der Tür. Bevor in wenigen Wochen für viele Familien die schulfreie Zeit beginnt und der Alltag endlich etwas entschleunigt wird, egal ob man verreist oder die freien Tage entspannt im eigenen Garten und auf dem Balkon genießt, stehen oft noch einige Vorbereitungen an. Doch während man den Kopf voll mit Plänen für die freie Zeit hat, wird ein wichtiger Punkt oft vergessen: das eigene Zuhause effizient zu hinterlassen. Wer seine Haustechnik während der Ferienwochen einfach blind weiterlaufen lässt, verschenkt bares Geld und riskiert im schlimmsten Fall böse Überraschungen bei der Rückkehr.
Mit ein paar gezielten Handgriffen lässt sich die Immobilie rechtzeitig vor dem Urlaubsstart in einen hocheffizienten „Urlaubsmodus“ versetzen. Doch wo spart man wirklich und wo ist Vorsicht geboten? Vom heimlichen Standby-Sünder bis zum sensiblen Thema Legionellenschutz – dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Haustechnik optimal vorbereiten.
Der Standby-Falle entkommen: Was kann komplett vom Netz?
Viele elektronische Geräte verbrauchen auch dann Strom, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. In der Summe macht dieser sogenannte Standby-Betrieb einen spürbaren Teil der jährlichen Stromrechnung aus. Nutzen Sie die Tage vor der Abreise, um konsequent den Stecker zu ziehen.
- Unterhaltungselektronik und Homeoffice: Fernseher, Spielekonsolen, Soundbars, Monitore und Drucker sollten komplett vom Stromnetz getrennt werden. Am einfachsten gelingt dies über abschaltbare Steckdosenleisten.
- Router und WLAN: Wenn Sie keine Smart-Home-Anwendungen aus der Ferne steuern müssen und keine Alarmanlage über das Internet läuft, schalten Sie den WLAN-Router ab. Das spart nicht nur Energie, sondern schützt das Gerät bei Sommergewittern auch vor Überspannungsschäden durch Blitzeinschläge.
- Küchengeräte: Kaffeemaschine, Mikrowelle und Toaster besitzen oft integrierte Uhren oder Displays, die permanent Energie fressen. Raus mit dem Stecker!
Vorsicht bei Kühl- und Gefriergeräten: Wer nur zwei Wochen weg ist, lässt den Kühlschrank meist laufen. Nutzen Sie die Gelegenheit stattdessen für eine kleine Leerungs-Aktion: Verbrauchen Sie leicht verderbliche Lebensmittel rechtzeitig und stellen Sie den Kühlschrank auf die höchste Lagertemperatur (ca. 7 °C). Wer länger verreist, sollte das Gerät komplett abtauen, reinigen und die Tür offenstehen lassen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Die Heizungsanlage im Sommerurlaub: Was ist zu tun?
Auch wenn die Heizung im Hochsommer ohnehin nicht für warme Räume sorgen muss, läuft sie im Hintergrund oft für die Warmwasserbereitung im Dauerbetrieb weiter. Moderne Heizungsanlagen verfügen fast immer über ein spezielles Urlaubsprogramm.
Aktivieren Sie diesen Urlaubsmodus direkt an der Steuerung für den exakten Zeitraum Ihrer Abwesenheit. Dadurch wird sichergestellt, dass die Anlage während der Ferien auf ein absolutes Minimum herunterfährt, bei einem plötzlichen, unerwarteten Kälteeinbruch jedoch ein grundlegender Frostschutz gewährleistet bleibt.
Das Warmwasser-Dilemma: Achtung vor Legionellen!
Ein kritischer Punkt bei längerer Abwesenheit im Sommer ist die Warmwasserbereitung. Wer hier unüberlegt die Heizung komplett abschaltet, spart zwar Energie, riskiert jedoch ein Gesundheitsrisiko durch Legionellen. Diese Bakterien vermehren sich in stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C besonders schnell – Bedingungen, die im sommerlich warmen Haus schnell erreicht sind.
Hier gilt die goldene Regel für den Urlaubsmodus:
- Kurze Urlaube (bis zu ca. 3 Tage): Es sind keine besonderen Maßnahmen an der Warmwasseranlage erforderlich.
- Längere Urlaube (mehrere Wochen): Es wird empfohlen, die Warmwasserbereitung während der Abwesenheit komplett abzuschalten oder auf das niedrigste Niveau (Frostschutz) abzusenken, um keine Energie für ungenutztes heißes Wasser zu verschwenden.
Das wichtigste To-do direkt nach der Rückkehr: Sobald Sie wieder zu Hause sind, müssen Sie das System einmalig thermisch desinfizieren. Heizen Sie den Warmwasserspeicher auf mindestens 60 °C (besser 70 °C) auf. Öffnen Sie anschließend nacheinander an allen Entnahmestellen (Küche, Bad, Dusche) für einige Minuten das heiße Wasser, damit die Leitungen gründlich durchgespült und eventuelle Keime abgetötet werden. Verlassen Sie während des Spülens im Bad den Raum, um den Wasserdampf nicht einzuatmen.
Darüber hinaus schützt das sogenannte Zirkulationsprogramm der Pumpe das Wasser vor dem Stagnieren. Wenn Ihre Heizung über eine intelligente Steuerung verfügt, lassen Sie die Zirkulationspumpe so eingestellt, dass das Wasser zumindest zeitweise bewegt wird.
Sicherheit und Smart Home: Was bleibt an?
Nicht alles darf und sollte stromlos gemacht werden. Bestimmte Systeme sichern das Haus während Ihrer Abwesenheit und sollten zwingend aktiv bleiben:
- Sicherheits- und Smart-Home-Systeme: Alarmanlagen, Bewegungsmelder, smarte Kameras und Rauchmelder benötigen permanent Strom. Auch smarte Zeitschaltuhren für die Beleuchtung, die eine Anwesenheit vortäuschen und Einbrecher abschrecken, sollten weiterlaufen.
- Der Hauptwasserhahn: Unabhängig von der Elektronik ist dies der wichtigste Handgriff überhaupt vor der Abfahrt. Drehen Sie den Hauptwasserhahn ab. Sollte es während Ihres Urlaubs zu einem Rohrbruch oder einem Defekt an einer Schlauchleitung (z. B. der Waschmaschine oder dem Geschirrspüler) kommen, bleibt Ihnen so eine böse und teure Überraschung bei der Ankunft erspart.
Fazit: Entspannt reisen, clever sparen
Mit einer gezielten Vorbereitung der Haustechnik lässt sich der Energieverbrauch während der Sommerferien auf ein absolutes Minimum reduzieren. Wer rechtzeitig Stecker zieht, den Urlaubsmodus der Heizung aktiviert und nach der Rückkehr die Leitungen heiß durchspült, schont den Geldbeutel, schützt die Umwelt und sichert die Hygiene im eigenen Heim. So startet der Sommerurlaub völlig unbeschwert und die Rückkehr fühlt sich gleich noch ein Stück besser an.