Bei der Einblasdämmung kommen vor allem drei Materialien zum Einsatz: Zellulosefasern (aus recyceltem Altpapier), Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle) und expandiertes Polystyrol (EPS). Welches Material am besten geeignet ist, hängt vom Einsatzbereich, den baulichen Gegebenheiten und den eigenen Prioritäten ab. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, die richtige Wahl für Ihr Zuhause zu treffen.
Welche Materialien eignen sich am besten für welche Bereiche?
Zellulosefasern eignen sich besonders gut für Dachschrägen, Hohlräume in Holzständerwänden und Zwischendecken, weil sie sich gleichmäßig verteilen und auch unregelmäßige Hohlräume lückenlos ausfüllen. Mineralwolle wird häufig in Außenwänden und Hohlräumen eingesetzt, wo Brandschutz eine Rolle spielt. EPS-Granulat findet man vor allem in Kellerdecken und Bodenaufbauten.
Konkret bedeutet das für die häufigsten Anwendungsfälle:
- Dachschrägen und Sparrenzwischenräume: Zellulose oder Mineralwolle, je nach Feuchtigkeitsverhalten des Dachaufbaus
- Hohlräume in Außenwänden (zweischaliges Mauerwerk): Mineralwolle oder Zellulose, abhängig von der Wandbreite
- Holzbalkendecken und Zwischendecken: Zellulose, da das Material gut mit Holzkonstruktionen harmoniert
- Kellerdecken und Bodenaufbauten: EPS-Granulat, weil es feuchtigkeitsresistent und druckstabil ist
Entscheidend ist immer die Bausubstanz. Ein Fachmann prüft vor Ort, ob der Hohlraum für das Einblasverfahren geeignet ist und welches Material die bauphysikalischen Anforderungen erfüllt.
Was sind die Unterschiede zwischen Zellulose und Mineralwolle als Einblasdämmstoff?
Der wichtigste Unterschied liegt im Feuchtigkeitsverhalten: Zellulosefasern können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne ihre Dämmwirkung dauerhaft zu verlieren. Mineralwolle hingegen ist feuchtigkeitsunempfindlicher und bietet besseren Brandschutz, ist aber weniger diffusionsoffen als Zellulose.
Beide Materialien haben vergleichbare Wärmeleitfähigkeiten, die sich je nach Produkt und Einblasdichte leicht unterscheiden. Zellulose liegt typischerweise bei einem Lambda-Wert von etwa 0,038 bis 0,040 W/(mK), Mineralwolle bewegt sich in einem ähnlichen Bereich.
Zellulose: Stärken und Grenzen
Zellulosefasern bestehen zu einem großen Teil aus recyceltem Altpapier und werden mit Borsalzen behandelt, um sie schwer entflammbar und schädlingsresistent zu machen. Sie passen sich gut an unregelmäßige Hohlräume an und sind besonders für Holzkonstruktionen geeignet, weil sie das Feuchtigkeitsmanagement des Holzes unterstützen. Wo Brandschutzanforderungen sehr hoch sind, stoßen sie an ihre Grenzen.
Mineralwolle: Stärken und Grenzen
Mineralwolle aus Glas- oder Steinwolle ist nicht brennbar und erfüllt damit hohe Brandschutzklassen. Sie ist formstabil und setzt sich im Laufe der Zeit kaum. Allerdings ist sie schwerer als Zellulose, was bei der Einblasung in horizontale Flächen berücksichtigt werden muss. Zudem ist die Herstellung energieintensiver als bei Zellulose.
Wie gut dämmen Einblasdämmstoffe im Vergleich zu herkömmlichen Platten?
Einblasdämmstoffe erreichen in der Praxis oft eine bessere Gesamtdämmwirkung als Plattenware, weil sie Hohlräume lückenlos ausfüllen und Wärmebrücken durch Fugen oder Überlappungen vermeiden. Platten können bei der Verlegung Lücken hinterlassen, die die tatsächliche Dämmleistung deutlich mindern.
Die Wärmeleitfähigkeit der Materialien selbst ist vergleichbar. Der Vorteil der Einblasdämmung liegt also weniger im Material als in der Verarbeitungsqualität: Ein gleichmäßig eingeblasener Dämmstoff ohne Hohlstellen arbeitet effizienter als eine Platte, die nicht perfekt sitzt. Das macht das Verfahren besonders attraktiv für Bestandsgebäude, wo nachträgliche Dämmmaßnahmen ohne große Eingriffe in die Bausubstanz gefragt sind.
Für Neubauten, bei denen die Konstruktion von Anfang an auf Plattenware ausgelegt ist, bieten Platten dagegen klare Vorteile in der Planbarkeit und Schichtdickengenauigkeit.
Welches Einblasmaterial ist das umweltfreundlichste?
Zellulosefasern gelten unter den gängigen Einblasdämmstoffen als die umweltfreundlichste Option, weil sie überwiegend aus recyceltem Altpapier bestehen und die Herstellung vergleichsweise wenig Energie erfordert. Der CO2-Rucksack des Materials ist deutlich geringer als bei Mineralwolle oder EPS.
EPS (expandiertes Polystyrol) basiert auf Erdöl und ist nicht biologisch abbaubar, was seine Ökobilanz belastet. Mineralwolle schneidet besser ab als EPS, benötigt aber im Herstellungsprozess hohe Temperaturen und damit viel Energie.
Wer Wert auf eine gute Ökobilanz legt, sollte Zellulose bevorzugen, sofern die bauphysikalischen Anforderungen es zulassen. Für Bereiche mit hohen Brandschutzanforderungen oder starker Feuchtigkeitsbelastung kann Mineralwolle dennoch die sinnvollere Wahl sein, auch wenn die Umweltbilanz etwas schlechter ausfällt.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Einblasdämmung?
Die Einblasdämmung wird in Deutschland über verschiedene staatliche Programme gefördert. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) der KfW unterstützt Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten, wenn bestimmte Mindestanforderungen an den U-Wert erfüllt werden. Voraussetzung ist in der Regel, dass ein Energieeffizienzexperte die Maßnahme plant und begleitet.
Wer zunächst wissen möchte, welche Sanierungsmaßnahmen für sein Gebäude sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie angegangen werden sollten, kann einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen. Dieser wird vom BAFA mit bis zu 50 Prozent der Beratungskosten gefördert, maximal 650 Euro für Gebäude mit ein bis zwei Wohneinheiten.
Zusätzlich bieten viele Bundesländer eigene Förderprogramme an, die mit den Bundesmitteln kombiniert werden können. Es lohnt sich, vor Beginn der Maßnahme alle verfügbaren Programme zu prüfen, da die Kombination verschiedener Förderungen die Investitionskosten erheblich senken kann.
So unterstützt ProEco Rheinland bei der Einblasdämmung
Bevor Sie in eine Einblasdämmung investieren, lohnt sich ein genauer Blick auf den energetischen Zustand Ihres gesamten Gebäudes. Wir von ProEco Rheinland helfen Ihnen dabei mit unserer unabhängigen Energieberatung für Privatkunden:
- Wir analysieren den energetischen Zustand Ihrer Immobilie vor Ort durch zertifizierte Energieeffizienzexperten.
- Wir erstellen Ihren individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), der zeigt, welche Maßnahmen sich wann am meisten lohnen.
- Wir übernehmen die Beantragung der BAFA-Förderung für Ihre Energieberatung, damit Sie sich um nichts kümmern müssen.
- Wir empfehlen konkrete Maßnahmen, die zu Ihrer Bausubstanz, Ihrem Budget und Ihren Zielen passen.
Als Kompetenzzentrum der rheinischen Sparkassen für Nachhaltigkeit kennen wir die regionalen Gegebenheiten und begleiten Sie von der ersten Analyse bis zur Umsetzung. Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie Ihre Energieberatung.