Energieberatung

Was ist Einblasdämmung und wie funktioniert sie?

18. Juni 2026

Techniker in roter Jacke bläst Zellulosedämmung in Dachschräge, grüne Dampfsperre und Holzbalken sichtbar.

Share

Einblasdämmung ist ein Verfahren, bei dem Dämmmaterial in loser Form in Hohlräume von Wänden, Decken oder Dächern eingeblasen wird. Das Material füllt dabei auch schwer zugängliche Stellen vollständig aus und schließt Wärmebrücken, die bei plattenförmigen Dämmstoffen oft entstehen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Kosten, Materialien, Einsatzbereiche und Förderung.

Wie wird Einblasdämmung in Wände und Decken eingebracht?

Bei der Einblasdämmung bohren Fachbetriebe kleine Löcher in die Außenwand oder Decke, führen einen Schlauch in den vorhandenen Hohlraum ein und blasen das Dämmmaterial mit einem Gebläse ein. Die Bohrlöcher werden anschließend verschlossen und verputzt. Das gesamte Verfahren ist vergleichsweise schnell und verursacht kaum Schmutz oder Lärm.

Der Ablauf im Einzelnen: Zuerst prüft der Fachbetrieb, ob ein geeigneter Hohlraum vorhanden ist und wie groß er ist. Das geschieht durch Sondierungsbohrungen oder eine Endoskopkamera. Danach werden die Einblaslöcher in regelmäßigen Abständen gesetzt, in der Regel alle 50 bis 100 Zentimeter. Das Dämmmaterial wird so lange eingeblasen, bis der Hohlraum vollständig und gleichmäßig gefüllt ist. Ein Drucksensor zeigt an, wann der gewünschte Füllgrad erreicht ist.

Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Gebäudehülle von außen kaum verändert wird. Bewohner können während der Arbeiten in der Regel im Haus bleiben, und der Eingriff in Fassade oder Innenräume bleibt minimal.

Welche Materialien werden bei der Einblasdämmung verwendet?

Die am häufigsten eingesetzten Materialien bei der Einblasdämmung sind Zelluloseflocken, Mineralwolle (als Granulat), Perlite und Steinwolle. Jedes Material hat spezifische Eigenschaften hinsichtlich Wärmeleitfähigkeit, Brandschutz und Feuchteregulierung, die je nach Gebäudetyp und Einbausituation unterschiedlich relevant sind.

Zelluloseflocken bestehen aus recyceltem Zeitungspapier und sind besonders ökologisch. Sie regulieren Feuchtigkeit gut und eignen sich hervorragend für Holzrahmenkonstruktionen. Mineralwolle-Granulat ist nicht brennbar und wird daher häufig dort eingesetzt, wo erhöhte Brandschutzanforderungen gelten. Perlite, ein vulkanisches Gestein, ist dampfdiffusionsoffen und resistent gegen Feuchtigkeit, was es für Außenwände mit möglichem Taupunktproblem interessant macht.

Die Wahl des Materials hängt nicht allein von der Dämmwirkung ab. Auch der Brandschutzklasse des Gebäudes, der vorhandenen Wandkonstruktion und dem Feuchtehaushalt des Bauteils kommt Bedeutung zu. Ein zertifizierter Energieberater kann auf Basis einer Vor-Ort-Analyse die passende Materialwahl empfehlen.

Für welche Gebäudeteile eignet sich Einblasdämmung?

Einblasdämmung eignet sich überall dort, wo bereits ein Hohlraum vorhanden ist oder geschaffen werden kann: zweischalige Außenwände, Hohlblockstein-Mauerwerk, Holzständerwände, Dachschrägen mit Sparrenzwischenräumen sowie Decken über unbeheizten Kellern oder Kriechkellern. Das Verfahren ist besonders für Bestandsgebäude geeignet, bei denen eine vollständige Außendämmung nicht möglich oder gewünscht ist.

Bei zweischaligen Außenwänden, wie sie in vielen Gebäuden der Baujahre 1950 bis 1980 zu finden sind, ist die Einblasdämmung oft die wirtschaftlichste Lösung. Der Luftspalt zwischen Innen- und Außenschale wird einfach mit Dämmmaterial gefüllt, ohne die Fassade grundlegend zu verändern.

Für Dachschrägen bietet sich das Verfahren an, wenn die Sparren tief genug sind und eine Dampfbremse korrekt eingebaut werden kann. Bei Decken über Kriechkellern lässt sich Einblasdämmung von unten einbringen, ohne den Wohnbereich zu beeinträchtigen. Nicht geeignet ist das Verfahren hingegen für massive einschalige Wände ohne Hohlraum oder für Bereiche mit dauerhafter Durchfeuchtung.

Was kostet eine Einblasdämmung für ein Einfamilienhaus?

Die Kosten für eine Einblasdämmung an einem Einfamilienhaus liegen je nach Bauteil, Material und Fläche grob zwischen 20 und 60 Euro pro Quadratmeter. Für eine typische Außenwandfläche von 80 bis 120 Quadratmetern ergibt sich damit ein Gesamtaufwand von etwa 2.000 bis 7.000 Euro, bevor Förderungen abgezogen werden.

Die genauen Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: der Zugänglichkeit der Hohlräume, der Wandstärke, dem gewählten Dämmmaterial und dem regionalen Preisniveau. Zelluloseflocken sind in der Regel günstiger als Mineralwolle-Granulat. Hinzu kommen Kosten für das Verschließen und Verputzen der Bohrlöcher sowie gegebenenfalls für eine vorherige Endoskopuntersuchung.

Im Vergleich zu einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist die Einblasdämmung bei vorhandenen Hohlräumen deutlich günstiger, weil keine neue Fassadenverkleidung aufgebracht werden muss. Wer die Kosten realistisch einschätzen möchte, sollte mindestens zwei bis drei Angebote von Fachbetrieben einholen und dabei immer nach dem Gesamtpreis inklusive aller Nebenarbeiten fragen.

Welche Förderungen gibt es für Einblasdämmung?

Einblasdämmung wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie über zinsgünstige Kredite der KfW gefördert. Der Zuschuss für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle beträgt in der Regel 15 Prozent der förderfähigen Kosten, mit möglichen Aufschlägen bei besonders guter Energieeffizienz oder im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP).

Wer einen iSFP von einem zugelassenen Energieeffizienzexperten erstellen lässt und die Einblasdämmung als Teil dieses Plans umsetzt, erhält einen zusätzlichen Bonus von fünf Prozentpunkten auf den Fördersatz. Das bedeutet: Statt 15 Prozent werden 20 Prozent der Kosten bezuschusst. Dieser iSFP-Bonus gilt für alle Maßnahmen, die im Rahmen des Sanierungsfahrplans schrittweise umgesetzt werden.

Wichtig ist, dass der Förderantrag vor Beginn der Maßnahme gestellt wird. Wer erst nach Auftragserteilung einen Antrag einreicht, verliert den Anspruch auf den Zuschuss. Neben den Bundesförderungen bieten einige Bundesländer und Kommunen zusätzliche Programme an, die sich mit der BEG-Förderung kombinieren lassen.

Wann lohnt sich Einblasdämmung gegenüber anderen Dämmverfahren?

Einblasdämmung lohnt sich vor allem dann, wenn das Gebäude bereits über geeignete Hohlräume verfügt und die Fassade nicht grundlegend verändert werden soll. In diesem Fall ist sie schneller, günstiger und weniger invasiv als ein Wärmedämmverbundsystem oder eine Innendämmung. Bei Gebäuden ohne vorhandene Hohlräume ist das Verfahren hingegen nicht anwendbar.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Häusern mit charakteristischen Fassaden, die optisch nicht verändert werden dürfen. Hier ist die Einblasdämmung oft die einzige praktikable Möglichkeit, die Wärmedämmung der Außenwände zu verbessern.

Gegenüber der Innendämmung hat die Einblasdämmung den Vorteil, dass kein Wohnraum verloren geht und keine Innenarbeiten notwendig sind. Gegenüber dem WDVS punktet sie mit geringerem Aufwand und niedrigeren Kosten, sofern die Wandkonstruktion geeignet ist. Wo kein Hohlraum vorhanden ist, bleibt das WDVS oder die Innendämmung die bessere Wahl.

Die Entscheidung sollte immer auf Basis einer fachkundigen Beurteilung der vorhandenen Wandkonstruktion getroffen werden, denn nicht jeder Hohlraum ist für eine Einblasdämmung geeignet. Feuchte Wände oder unzureichende Dampfdiffusion können langfristig zu Schäden führen, wenn das falsche Verfahren gewählt wird.

So unterstützt ProEco Rheinland bei der energetischen Sanierung

Wir von ProEco Rheinland helfen Ihnen dabei, die richtige Dämmstrategie für Ihr Zuhause zu finden und alle verfügbaren Förderungen zu nutzen. Unsere zertifizierten Energieeffizienzexperten kommen zu Ihnen vor Ort, analysieren den energetischen Zustand Ihrer Immobilie und erstellen einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), der Maßnahmen wie die Einblasdämmung in eine sinnvolle Gesamtstrategie einbettet.

  • Vor-Ort-Analyse Ihrer Wandkonstruktion und Hohlräume durch zertifizierte Experten
  • Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) mit konkreten Maßnahmenempfehlungen
  • Vollständige Abwicklung des BAFA-Förderantrags für die Energieberatung (bis zu 50 % der Beratungskosten)
  • Begleitung bei der Beantragung von BEG-Zuschüssen für die Sanierungsmaßnahmen
  • Regionale Verankerung im Rheinland mit persönlichen Ansprechpartnern

Sprechen Sie uns an und lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, ob Einblasdämmung für Ihr Gebäude die passende Lösung ist.

Weitere Blog-Artikel

ZIM 2026: Der Innovations-Turbo für den Mittelstand

Künstliche Intelligenz als Effizienztreiber: Wie Unternehmen Energieverbrauch und CO₂-Emissionen senken können

Mit Weitblick sanieren: Wie ein Gesamtkonzept Ihr Haus Schritt für Schritt aufwertet

Urlaubsmodus für das Haus: Wie Sie Ihre Haustechnik während der Sommerferien optimal einstellen

Energetische Baubegleitung für Gewerbe und Nichtwohngebäude: Förderung absichern, Nachhaltigkeit nachweisen

Energetische Baubegleitung: So sichern Bauherren und Sanierer Förderung und Qualität