Klimapositiv

Klimapositiv bedeutet, dass ein Unternehmen, ein Produkt, ein Gebäude oder eine Aktivität mehr Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernt, als sie verursacht. Im Gegensatz zur Klimaneutralität, bei der der Netto-Ausstoß bei null liegt, wird bei einem klimapositiven Ansatz die Klimabilanz aktiv verbessert. Es entsteht ein positiver Effekt für das Klima.

Klimapositiv zu sein heißt also:
Nicht nur vermeiden und kompensieren, sondern darüber hinaus einen Beitrag leisten, der das Klima aktiv entlastet.

Wie wird man klimapositiv?

Ein klimapositives Unternehmen oder Produkt folgt meist einem mehrstufigen Prozess:

  1. Ermittlung des CO₂-Fußabdrucks (z. B. nach GHG Protocol, Scope 1–3)
  2. Konsequente Reduktion der Emissionen – durch Effizienz, erneuerbare Energien, neue Technologien
  3. Kompensation der verbleibenden Emissionen – über zertifizierte Klimaschutzprojekte
  4. Zusätzliche CO₂-Entnahme – z. B. durch Aufforstung, Humusaufbau, Carbon Capture oder Investitionen in regenerative Projekte

Erst wenn der Klimabeitrag über die eigenen Emissionen hinausgeht, kann man sich klimapositiv nennen.

Bedeutung für Nachhaltigkeit und ESG

Klimapositivität ist ein wichtiger Bestandteil vieler Nachhaltigkeitsstrategien und wird zunehmend in der ESG-Berichterstattung aufgegriffen. Unternehmen, die aktiv mehr für das Klima tun, als sie müssten, können sich von Wettbewerbern abheben und signalisieren eine klare Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft.

Herausforderungen und Kritik

  • Transparenz ist entscheidend: Klimapositivität muss nachvollziehbar dokumentiert und belegt werden.
  • Greenwashing-Gefahr: Wenn Unternehmen sich klimapositiv nennen, ohne Emissionen konsequent zu senken oder die Wirkung von Kompensationen zu belegen.
  • Langfristige Glaubwürdigkeit: Nur wer Reduktion vor Kompensation stellt, handelt wirklich klimapositiv.

Zertifizierung und Kommunikation

Es gibt aktuell keine einheitliche rechtliche Definition von „klimapositiv“, aber verschiedene Zertifizierungsstellen und Klimabilanzierungsstandards (wie GHG Protocol, ISO 14064 oder PAS 2060) bieten Orientierung. Wichtig ist eine transparente Kommunikation, die den Weg zur Klimapositivität nachvollziehbar macht.