Bivalenter Betrieb

Der bivalente Betrieb beschreibt eine Heizungsanlage, in der zwei verschiedene Wärmeerzeuger (Energieträger) zusammenarbeiten, um den Wärme- und Warmwasserbedarf eines Gebäudes zu decken. Im Gegensatz zum monovalenten Betrieb (nur ein Gerät) teilen sich hier zwei Systeme die Arbeit.

Funktionsweise:

Beide Wärmeerzeuger speisen ihre Energie in der Regel in einen gemeinsamen Pufferspeicher ein. Eine intelligente Steuerung entscheidet je nach Außentemperatur oder Wärmebedarf, welches Gerät gerade am effizientesten arbeitet oder ob beide gleichzeitig heizen müssen.

Gängige Kombinationen:

  • Wärmepumpe + Gas-Brennwerttherme: Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast. An extrem kalten Wintertagen schaltet sich die Gasheizung zur Unterstützung ein (Spitzenlastabdeckung).

  • Wärmepumpe + Solarthermie: Die Sonne unterstützt die Warmwasserbereitung und Heizung, was die Betriebskosten der Wärmepumpe senkt.

  • Wärmepumpe + Kaminofen/Pelletheizung: Holzbasierte Wärme ergänzt das elektrische System bei hohem Bedarf.

Betriebsarten im Detail:

  1. Bivalent-alternativ: Bis zu einer bestimmten Temperatur heizt Gerät A. Fällt die Temperatur darunter, schaltet sich A komplett ab und Gerät B übernimmt.

  2. Bivalent-parallel: Ab einem gewissen Punkt schaltet sich das zweite Gerät dazu und beide arbeiten gemeinsam.

  3. Bivalent-teilparallel: Beide Geräte laufen bis zu einer Grenztemperatur zusammen; wird es noch kälter, übernimmt das zweite Gerät allein (oft bei älteren Wärmepumpen-Modellen).

Vorteile:

  • Sicherheit: Fällt ein System aus, ist die Grundversorgung oft durch das zweite Gerät gesichert.

  • Effizienz im Altbau: Besonders in unsanierten Gebäuden, in denen eine Wärmepumpe allein bei Minusgraden an ihre Grenzen käme, bietet das zweite System eine kosteneffiziente Sicherheit.

  • Flexibilität: Nutzung regenerativer Energien bei gleichzeitiger Absicherung durch bewährte Technik.

 

Wichtig für die Förderung: Bei einer Umrüstung auf ein bivalentes System (z. B. eine „Hybrid-Wärmepumpe“) ist darauf zu achten, dass bestimmte Effizienz-Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Maßnahmen durch die BAFA oder KfW bezuschusst werden.