Amortisationszeit

Die Amortisationszeit (auch Amortisationsdauer) bezeichnet den Zeitraum, den eine Investition benötigt, um ihre ursprünglichen Anschaffungskosten durch die daraus resultierenden Erträge oder Einsparungen wieder einzuspielen. Im Kontext der energetischen Sanierung ist sie der Zeitpunkt, ab dem die Summe der eingesparten Energiekosten die Kosten für die Sanierungsmaßnahme übersteigt.

Die Amortisationszeit wird berechnet, indem man die um die erhaltenen Förderungen reduzierten Investitionskosten durch die jährliche Ersparnis bei den Energiekosten teilt.

Einflussfaktoren

  • Investitionskosten: Die Bruttokosten für Material und Handwerker.

  • Förderquote: Staatliche Zuschüsse (z. B. durch KfW oder BAFA) verkürzen die Amortisationszeit massiv, da sie die effektiven Anschaffungskosten senken.

  • Energiepreisentwicklung: Steigende Preise für fossile Brennstoffe (Gas, Öl) oder Strom verkürzen die Zeitspanne, da die jährliche Ersparnis höher ausfällt.

  • CO2-Preis: Die CO2-Abgabe erhöht die Kosten für fossile Heizsysteme und macht den Umstieg auf erneuerbare Energien schneller rentabel.

Arten der Betrachtung

  • Statische Amortisation: Eine einfache Rechnung (wie oben), die Preissteigerungen oder Zinsen meist vernachlässigt. Sie dient als schneller Richtwert.

  • Dynamische Amortisation: Eine komplexere Berechnung, die zukünftige Preissteigerungen, Inflation und Zinskosten berücksichtigt. Sie ist deutlich realistischer für langfristige Investitionen wie eine Fassadendämmung.

Wichtige Einordnung: "Sowieso-Kosten"

Ein häufiger Fehler bei der Bewertung der Amortisationszeit ist es, die gesamten Sanierungskosten anzusetzen. In der Fachberatung werden oft nur die energetischen Mehrkosten betrachtet. Wenn eine Fassade ohnehin gestrichen oder verputzt werden muss („Sowieso-Kosten“), amortisiert sich die zusätzliche Dämmung deutlich schneller, da nur der Aufpreis für das Dämmmaterial und die Montage gegengerechnet wird.