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Was Hausbesitzer 2026 wissen müssen

9. Februar 2026

Vierköpfige Familie steht auf einer Wiese vor deren Haus auf dessen Dach Solaranlagen sind.

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Gesetzliche Pflichten treffen auf knapper werdende Fördermittel

Das Jahr 2026 bringt für viele Hausbesitzer:innen wichtige Veränderungen mit sich. Die Anforderungen an Heizungen und Gebäude steigen weiter, gleichzeitig stehen weniger staatliche Fördermittel zur Verfügung. Wer frühzeitig plant und sich rechtzeitig informiert, kann dennoch finanzielle Nachteile vermeiden und notwendige Investitionen besser steuern.

Was das Gebäudeenergiegesetz für Hausbesitzer bedeutet

Seit dem 1. Januar 2024 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz. Ziel ist es, den Einsatz von Öl und Gas schrittweise zu reduzieren und mehr erneuerbare Energien beim Heizen zu nutzen. Dabei unterscheidet das Gesetz klar zwischen Neubauten und bestehenden Gebäuden.

Für Neubauten gelten strengere Regeln. In Neubaugebieten müssen neue Heizungen bereits heute zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Außerhalb von Neubaugebieten gilt diese Regel seit Januar 2026.

Für bestehende Häuser gibt es keinen Zwang zum sofortigen Heizungstausch. Eine funktionierende Heizung darf weiter betrieben werden. Die 65-Prozent-Regel greift erst, wenn eine Heizung nicht mehr repariert werden kann und ersetzt werden muss. Auch dann gibt es Übergangsfristen, in denen noch Gas- oder Ölheizungen eingebaut werden dürfen. Ein generelles Verbot fossiler Heizungen besteht daher nicht.

Zusätzlich erstellt jede Kommune eine Wärmeplanung, die zeigt, wie die Wärmeversorgung künftig organisiert werden soll, etwa über Fernwärme oder andere Lösungen. Für Hausbesitzer:innen bedeutet das vor allem: Wer seine Heizung irgendwann erneuern muss, sollte frühzeitig planen, ist aber aktuell nicht automatisch zum Handeln verpflichtet.

Strengere Vorgaben bei Sanierung und Neubau

Neben den Heizungen gelten auch für Gebäude selbst energetische Mindestanforderungen. Diese Vorgaben bestehen bereits seit mehreren Jahren und greifen immer dann, wenn Bauteile wie Fenster, Dach oder Fassade erneuert werden. Bei Neubauten und bei größeren Dachsanierungen kommen in Nordrhein-Westfalen zusätzlich Solarpflichten hinzu.

Ziel dieser Regelungen ist es, den Energieverbrauch von Gebäuden dauerhaft zu senken und mehr Energie direkt vor Ort zu erzeugen. Für Eigentümer:innen sind damit zwar zunächst Investitionen verbunden, langfristig können sie jedoch von niedrigeren Energiekosten, größerer Unabhängigkeit von Energiepreisen und einem höheren Immobilienwert profitieren. Eine gute Planung hilft dabei, diese Vorteile optimal zu nutzen.

Förderungen 2026: Weniger Geld, mehr Nachfrage

Auch 2026 wird es voraussichtlich weiterhin staatliche Förderungen für energetische Sanierungen und den Heizungstausch geben. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass dafür künftig weniger Mittel zur Verfügung stehen werden als in den Vorjahren. Erste Annahmen lassen darauf schließen, dass das Budget der Bundesförderung für effiziente Gebäude von bisher 16,5 auf 11,9 Milliarden Euro reduziert werden könnte. Das entspräche einer Kürzung von rund 28 Prozent (Quelle: t-online.de).

Ob, ab wann und in welchem Umfang diese Kürzungen tatsächlich greifen, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Die Planungen zeigen jedoch klar die Richtung: Fördermittel werden knapper, und der Wettbewerb um verfügbare Budgets dürfte weiter zunehmen.

Warum frühes Handeln jetzt besonders wichtig ist

Für Förderungen ist entscheidend, wann der Antrag gestellt wird, nicht wann die Maßnahme umgesetzt wird. Wer frühzeitig einen Antrag einreicht, sichert sich die zu diesem Zeitpunkt gültigen Förderbedingungen, auch wenn der Umbau erst später erfolgt.

Fest steht, dass die Fördermittel künftig reduziert werden. Offen ist derzeit lediglich, ab welchem Zeitpunkt die Kürzungen greifen und wie stark sie im Einzelnen ausfallen. Diese Unsicherheit erhöht das Risiko für alle, die mit der Antragstellung abwarten.

Gerade bei größeren Sanierungsvorhaben ist es daher sinnvoll, frühzeitig zu planen und Fördermöglichkeiten rechtzeitig zu nutzen. So lassen sich bestehende finanzielle Spielräume absichern, bevor sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtern.

Der Sanierungsfahrplan als langfristige Lösung

Ein besonders hilfreiches Instrument ist der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP. Er zeigt Schritt für Schritt, wie ein Gebäude sinnvoll modernisiert werden kann. Die darin empfohlenen Maßnahmen können über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren umgesetzt werden, ohne dass der Eigentümer unter Zeitdruck gerät.

Zusätzlich bringt der iSFP finanzielle Vorteile. Für viele Einzelmaßnahmen erhöht sich der Fördersatz, und es können höhere Kosten angesetzt werden als ohne Sanierungsfahrplan. Gerade in Zeiten knapper Fördermittel ist das ein wichtiger Vorteil.

Fazit

2026 stehen Hausbesitzer:innen vor der Herausforderung, steigende gesetzliche Anforderungen mit sinkenden Fördermitteln in Einklang zu bringen. Wer abwartet, riskiert höhere Kosten oder verpasste Förderchancen. Wer hingegen frühzeitig plant, Förderanträge rechtzeitig stellt und langfristige Konzepte wie den Sanierungsfahrplan nutzt, kann Investitionen besser verteilen, Kosten sparen und den Wert seiner Immobilie langfristig sichern.

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