Die Heizperiode ist in vollem Gange und die Energiekosten steigen. Während viele Menschen die Ursache für hohe Rechnungen ausschließlich in gestiegenen Energiepreisen suchen, liegt der wahre Preistreiber oft im eigenen Verhalten oder in der veralteten Haustechnik. Wir möchten Ihnen die größten und teuersten Fehler aufzeigen, die in vielen Haushalten beim Heizen gemacht werden, und erklären, wie Sie diese sofort abstellen können. Denn wer effizient heizt, spart nicht nur bares Geld, sondern leistet auch einen Beitrag zum Klimaschutz und sorgt für ein besseres Raumklima.
Fehler 1: Das gekippte Fenster
Der unangefochtene Klassiker unter den Heizfehlern ist das Dauer-Kippen des Fensters. Diese vermeintlich bequeme Methode des Lüftens ist in Wahrheit eine extreme Energieverschwendung, da die warme Luft zwar langsam entweicht, jedoch kaum ein effektiver Luftaustausch stattfindet. Die falsche Logik dahinter ist, dass man frische Luft hereinlassen möchte, ohne dass es „zu kalt“ wird. Der teure Effekt ist jedoch, dass die kalte Außenluft die Bereiche um das Fenster, wie den Fenstersturz und die Laibungen, stark und tiefgreifend auskühlt. Sobald das Fenster geschlossen wird, muss die Heizung die stark abgekühlten Bauteile erst wieder aufwärmen, was einen unverhältnismäßig hohen Energiebedarf zur Folge hat. Zudem erhöht sich in diesen kühlen Bereichen das Risiko für Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung. Aus diesen Gründen ist es ratsam, auf Stoßlüften zu setzen: Drehen Sie die Heizkörper kurz ab, öffnen Sie die Fenster für etwa fünf bis zehn Minuten komplett, um einen schnellen und vollständigen Luftaustausch zu ermöglichen, und schließen Sie sie anschließend wieder.
Fehler 2: Falscher Umgang und mangelnde Pflege der Heizkörper
Viele Heizkörper funktionieren nach Jahren des Betriebs nicht mehr optimal, wobei die mangelnde Pflege des Heizelements oft die Ursache für eine schlechte Effizienz ist. Im Laufe der Zeit sammeln sich im Heizsystem und in den Heizkörpern Luft, Schmutzpartikel, Rost oder Kalkablagerungen an, die die Wärmeabgabe dramatisch beeinträchtigen. Eingeschlossene Luftblasen im System verhindern, dass das heiße Wasser den Heizkörper gleichmäßig durchströmt, was man oft an einem oben warmen und unten kalten Heizkörper sowie an störenden Gluckergeräuschen erkennt. Ablagerungen, auch als Schlamm bekannt, im Heizwasser können die Wärmeübertragung an die Oberfläche des Heizkörpers um bis zu 25 bis 30 Prozent senken, was direkt zu einem entsprechenden Mehrverbrauch an Energie führt, da der Kessel länger heizen muss. Die Lösung hierfür ist eine regelmäßige Wartung und Entlüftung des Systems. Entlüften Sie die Heizkörper mindestens einmal pro Saison, und lassen Sie das gesamte System regelmäßig von einem Fachbetrieb auf Verunreinigungen und den hydraulischen Abgleich prüfen.
Fehler 3: Das unwirtschaftliche „An-Aus-Prinzip“
Der weit verbreitete Gedanke, dass die Heizung komplett abgedreht werden muss, um zu sparen, ist ein Irrglaube, der am Ende meist teurer wird. Dieses altbekannte Motto, die günstigste Heizung sei die, die abgedreht ist, ist ineffizient, da das komplette Auskühlen der Bausubstanz, also der Wände, Böden und Möbel, sehr viel Energie beim Wiederaufheizen verschlingt. Die stark ausgekühlten Bauteile bilden eine massive Speichermasse, und das Heizsystem benötigt dann lange Zeit volle Leistung, um diese Grundtemperatur wiederherzustellen. Es ist energetisch wesentlich sinnvoller, eine Grundtemperatur im Raum beizubehalten. Zudem besteht bei stark ausgekühlten Oberflächen ein hohes Risiko der Schimmelbildung, da die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit an den kältesten Stellen kondensiert. Um dies zu vermeiden und effizient zu heizen, sollte die Heizung nie komplett abgedreht, sondern eine Mindesttemperatur, idealerweise zwischen 16 und 18 Grad gehalten werden. Programmierbare Thermostate helfen dabei, die Temperatur bedarfsgerecht und automatisch zu steuern, ohne dass der Raum vollständig auskühlt.
Fehler 4: Veraltete Heiztechnik im Einsatz
Manchmal liegt das Problem der hohen Kosten und des schlechten Wirkungsgrades nicht am Nutzerverhalten, sondern an der Anlage selbst. Eine 15 oder 20 Jahre alte Heizungsanlage, sei es ein Öl- oder Gaskessel, nutzt die eingesetzte Energie deutlich schlechter aus als moderne Systeme. Alte Kessel haben oft einen schlechten Wirkungsgrad und verbrauchen im Vergleich zu neuer Brennwerttechnik oder Wärmepumpen bis zu 30 Prozent mehr Energie. Dies geht nicht nur ins Geld, sondern belastet auch die Klimabilanz unnötig. Hinzu kommt, dass älteren Anlagen oft moderne Regelsysteme, eine effiziente Umwälzpumpe oder die Möglichkeit, erneuerbare Energien einzubinden, fehlen. Daher ist eine Modernisierung oft die wirtschaftlich sinnvollste Lösung, um langfristig Kosten zu sparen.
Gut zu wissen: Der Gesetzgeber fördert den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme stark. Insbesondere die Vorgabe, dass ab dem 1. Januar 2024 jede neu eingebaute Heizung möglichst zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll, wird durch hohe staatliche Zuschüsse unterstützt. Die Förderlandschaft wird derzeit überarbeitet, wobei voraussichtlich bis zu 70 Prozent Kostenzuschuss möglich sein werden, wenn die Investition in unsere Klimazukunft getätigt wird.